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Die Bedeutung der Spitex wird weiter zunehmen - nicht nur im Kanton Zürich

Die medizinische Grundversorgung ist derzeit aus verschiedenen Gründen im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Neben der Ausgestaltung der Leistungsvereinbarungen und damit verbunden dem Finanzierungsmodell über Normdefizite geht es dabei um regionale und überregionale Zusammenschlüsse, die öffentliche Ausschreibung der Leistungsaufträge und schliesslich auch um die grundsätzliche Rolle der Spitex als Pfeiler der ambulanten Pflegeversorgung.

Die Verantwortung für die ambulante Pflegeversorgung liegt im Kanton Zürich umfassend bei den Gemeinden und Städten. Die Kostenentwicklung in den vergangenen Jahren hat dazu geführt, dass das Augenmerk verstärkt auf die wirtschaftliche Leistungserbringung gelegt wird. Diese Tendenz wird sich fortsetzen.

Die Folge wird sein, dass organisatorische und strukturelle Veränderungen zunehmen und vermehrt Zusammenschlüsse stattfinden werden. Die erhöhten Anforderungen an Qualität und Einsatzbereitschaft, aber auch die Verpflichtung zur Ausbildung sind dabei wichtige Auslöser. Dies ist zu begrüssen. Allerdings darf es nicht sein, dass dabei die Verbundenheit zu den einzelnen Gemeinwesen verloren geht.

In diesem Zusammenhang stellt sich vermehrt die Frage nach der öffentlichen Ausschreibung von Leistungsaufträgen. Prof. Dr. iur. Tomas Poledna hat in einem diesbezüglichen Rechtsgutachten klar formuliert, dass keine Pflicht zur Ausschreibung bestehe. Vielmehr sei der Einzelfall zu prüfen und jedes Gemeinwesen habe selber zu entscheiden, welches Verfahren bei der Vergabe von Leistungsvereinbarungen anzuwenden sei. Entscheidend ist, dass klar definiert wird, welche Dienstleistungen in welcher Qualität erbracht werden sollen und vor allem ist die Nachhaltigkeit der Versorgung entscheidend. Bestehende, lang etablierte und bewährte Strukturen aufzugeben ist vorsichtig abzuwägen. Dass die möglichen privaten oder öffentlichen Anbieterinnen und Anbieter in einer frühen Phase einer Evaluation genau zu prüfen sind, ist selbstredend. Kurzfristige Kostenersparnis darf nicht dazu führen, dass Versorgungssicherheit gefährdet wird.

Schliesslich stellt sich die Frage nach der künftigen Rolle der Spitex in der ambulanten Grundversorgung. Klar ist, dass im Bereich der Pflegeversorgung ambulante Lösungen vorzuziehen sind. Nicht zuletzt unterstützt durch eine Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums OBSAN, welches im Kanton Zürich gerade in diesem Zusammenhang - eben eine verstärkte ambulante Versorgung - Nachholbedarf sieht. Hinzu kommt die Entwicklung bei der medizinischen Grundversorgung. Die Notfallstationen der Spitäler werden zunehmend durch Bagatell-Fälle überlastet und die Verweildauer in den Spitälern wird laufend kürzer. Die Notwendigkeit für Übergangspflege steigt und letztendlich erfordern Mangel- und Überlastungserscheinungen bei den Hausärzten/Haus- ärztinnen in den Randregionen des Kantons Lösungen, in denen die Spitex durchaus einen Beitrag leisten kann.

Zusammengefasst: Die Spitex-Organisationen spielen eine wichtige Rolle im Rahmen unserer medizinischen Grundversorgung. Die Bedeutung wird unverändert zunehmen. Die Verantwortung dafür liegt bei den Gemeinden und Städten und deshalb ist es angezeigt, diesem Thema die geforderte Aufmerksamkeit zu schenken.

Jörg Kündig, Präsident GPV Zürich
Spitex Verband Kanton Zürich
 

Datum der Neuigkeit 1. Nov. 2016