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Verbundaufgabe medizinische Versorgung

Hausarztmangel und die Einführung einer einheitlichen Notfallnummer im Kanton Zürich, erneute Prämienerhöhungen bei den Krankenkassen, teure Bauprojekte bei den Spitälern und die Verlagerung von stationären Behandlungen in den ambulanten Bereich sowie die Frage, wie die Spitex-Versorgung in den Gemeinden künftig aussehen soll haben dafür gesorgt, dass die medizinische Grundversorgung in den letzten Monaten verstärkt in den Blickpunkt des Interesses gerückt ist.

Während im Kanton Zürich die Spitalfinanzierung durch Kanton und Krankenversicherer erfolgt, ist die ambulante und stationäre Pflegeversorgung sowohl finanziell als auch organisatorisch in der Verantwortung der Gemeinden. Grundlagen sind unter anderem die auf Verlangen der Gesundheitsdirektion im Jahr 2012 ausgearbeiteten kommunalen Pflegeversorgungskonzepte. Die Ausgangslage hat sich allerdings zwischenzeitlich wesentlich verändert. Die strategischen Bestrebungen auf nationaler und kantonaler Ebene zielen darauf ab, die ambulante Ausrichtung der Versorgung zu verstärken. Spitalaufenthalte sollen nur in ausgesuchten Fällen länger als einen Tag dauern. Heimeintritte sollen möglichst spät erfolgen. Die ambulante Betreuung der pflegebedürftigen Menschen gewinnt an Bedeutung und es ist entscheidend, dass hier die nötigen Ressourcen bereitgestellt werden.

Eine Verstärkung der ambulanten Grundversorgung bedeutet aber, dass Versorgungskonzepte überdacht werden müssen. Und, dass eine Bestandesaufnahme bei den Leistungserbringern nötig ist. Spitäler und Pflegeinstitutionen decken den stationären Bereich ab, Haus- und Spezialärzte, öffentliche und private Spitexorganisationen, Apotheken und Drogerien bilden das ambulante Leistungsspektrum. Alle diese Anbieter leisten eine wertvolle Arbeit. Sie stehen aber zunehmend unter Druck. Auf der einen Seite, weil es an Nachwuchs fehlt wie beispielsweise bei den Hausärzten, auf der anderen Seite auch durch einen zunehmenden Wettbewerb, der sich nicht nur innerhalb der eigenen Branche akzentuiert, sondern auch vermehrt fachgebietübergreifend stattfindet.

Diese Ausgangslage und die zu erwartende weitere Verlagerung der medizinischen Grundversorgung in den ambulanten Bereich werden zu einer Herausforderung für die Gemeinden. Diese haben sicherzustellen, dass eine angemessene Versorgung für ihre Einwohnerinnen und Einwohner gewährleistet ist und tragen auch die Kosten dafür. Das Bestreben der Gemeinden, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und keine Versorgungslücken entstehen zu lassen, macht Koordination zu einer zentralen Aufgabe. Eine Koordination, die über die Gemeindegebiete hinaus gehen und der Maxime gerecht werden sollte, wonach jeweils die niedrigschwelligsten und wirtschaftlich günstigsten Angebote zur Anwendung gelangen sollten. Die Koordination, allenfalls sogar mit einer regionalen Anlaufstelle, sollte aber auch zwingend die verschiedenen Berufsgruppen und Leistungserbringer mit einschliessen. Wichtig und entscheidend ist das Bewusstsein und die Arbeit aller Beteiligten an einem gemeinsamen Ziel: Eine gute, medizinische Grundversorgung für die Menschen sicherzustellen. Sie muss zur eigentlichen Verbundaufgabe werden. Hier sind wir jedoch erst am Anfang. Nicht zuletzt deshalb, weil leider die tariflichen Regulierungen sowohl auf Bundesebene als auch kantonal noch weit davon entfernt sind, diese Entwicklung zu unterstützen.

Jörg Kündig, Präsident GPV Kanton Zürich
Das vielfältige medizinische Angebot im Kanton Zürich ist eine anspruchsvolle Verbundaufgabe (Quelle: Gesundheitsversorgungsbericht 2017 Kanton Zürich)
Das vielfältige medizinische Angebot im Kanton Zürich ist eine anspruchsvolle Verbundaufgabe (aus: Gesundheitsversorgungsbericht Kanton Zürich 2017)

Datum der Neuigkeit 20. Feb. 2018